Dieses Gespräch entstand an einem Nachmittag auf einem Balkon in einer Wohnung in Alphabet City, New York City.
R. ist eine ältere transfeminine Butch, Aktivistin und Zeitzeugin der queeren und trans„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Kämpfe seit den 1970er Jahren. Sie war Teil der Generation, die unter massiver Gewalt, Armut und staatlicher Repression lebte und dennoch Community, Fürsorge und Widerstand aufgebaut hat.
Ich bin eine trans„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Person Ende 20, mitten in der eigenen TransitionNach einem inneren Coming-out beginnen viele trans* Personen einen Prozess der Transition. Dabei nähern sie sich durch die Wahl eines neuen Vornamens oder einer neuen Anrede (soziale Transition), durch die amtliche Änderung des Vornamens und Geschlechtseintrags (rechtliche Transition) oder durch Hormontherapie und Operationen (medizinische Transition) dem Leben in einer neuen geschlechtlichen Rolle an. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob und in welcher Reihenfolge diese Schritte unternommen werden., festhängend zwischen Stillstand und Überforderung. Wir kannten uns zuvor nicht persönlich; unser Kontakt entstand über gemeinsame Bekanntschaften und ein praktisches Anliegen – Hormone. Was folgte, war kein klassisches Interview, sondern ein Gespräch zwischen zwei Generationen, getragen von Erinnerung, Müdigkeit, Stolz und dem Versuch, weiterzuatmen.
Ich: Hey R. Na, wie geht’s dir?
R.: Gut, gut. Du kommst wegen der Hormone, richtig?
Ich: Ja, genau. Wir hatten ja ein bisschen geschrieben, und J. hatte mir deinen Kontakt gegeben. Übrigens, du hast eine wirklich schöne Wohnung. Wie lange lebst du schon hier?
R.: Das hier? Das hat mir die Stadt gegeben, als ich in Rente gegangen bin. Wobei, Rente klingt zu ordentlich. Ich habe mich eigentlich selbst pensioniert. Die Benefits sind nicht großartig, und ich muss jeden Dollar umdrehen, aber der Ort hat Seele. Komm, lass uns auf den Balkon gehen. Ich will dir meine Tauben vorstellen.
Ich: Deine Tauben…? Na klar, warum nicht.
R.: Meine Töchter lieben sie. Sowohl meine biologischen als auch meine gewählten Töchter. Wir sitzen hier oft stundenlang, beobachten das Licht auf den Dächern und lassen die Tauben gurren. Was führt dich denn zu mir?
Ich: Ich hänge gerade in meiner TransitionNach einem inneren Coming-out beginnen viele trans* Personen einen Prozess der Transition. Dabei nähern sie sich durch die Wahl eines neuen Vornamens oder einer neuen Anrede (soziale Transition), durch die amtliche Änderung des Vornamens und Geschlechtseintrags (rechtliche Transition) oder durch Hormontherapie und Operationen (medizinische Transition) dem Leben in einer neuen geschlechtlichen Rolle an. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob und in welcher Reihenfolge diese Schritte unternommen werden. fest. Nichts bewegt sich, und gleichzeitig fühlt sich alles zu groß an.
R.: Hast du schon daran gedacht, dass Stillstand manchmal nicht Scheitern ist, sondern ein Zeichen, dass du nicht mehr gegen alles kämpfen musst? Ihr habt heute ein paar Steine weniger im Weg, und das freut mich. Dafür haben wir damals gebrannt, ich, Sylvia und Marsha.
Ich: Sylvia Rivera?
R.: Ja! Wir haben uns Ende der Siebziger kennengelernt. Ich kam gerade aus Vietnam zurück, voller Ernüchterung und mit einem Sack voller Wut. Damals dachte ich noch, ich sei einfach nur ein schwuler Mann. In den Bars lernte ich Sylvia und Marsha kennen, und von da an waren wir erbunden. Leslie Feinberg war auch oft dabei. Leslie hat mich überhaupt erst auf die Idee gebracht, vielleicht eine Lesbe zu sein. Wir hatten so viel Gewalt am Hals, aber wir hatten auch einander. Ihr habt es heute nicht leicht, aber leichter. Und dafür lohnt sich jeder Kampf. Ich dachte früher immer: „Sie können tun, was sie wollen, ich weiche nicht.“ Und das gilt immer noch. Meine Geschwister halten mir inzwischen die Taschen, wenn wir einkaufen gehen, aber für die Parties schminken wir uns zusammen wie damals.
Ich: Das klingt nach einem wilden und unglaublich mutigen Leben. Kämpfst du manchmal mit deiner Rolle als Vorbild?
R.: Eigentlich nicht. Ich fühle mich nicht wie ein Vorbild. Ich bin immer noch eine von euch, nur mit mehr Falten und einer besseren Sammlung an Anekdoten. Ich nenne mich gern die Butch-Queen dieser Stadt, und ja, ich bin stolz darauf. Aber ich bleibe ein Mensch unter Menschen. Die Community hat mich getragen, als alles dunkel war, genau wie vor vierzig Jahren. Und selbst heute, an Tagen, die sich schwer anfühlen, erinnere ich mich daran, dass jeder Schritt, egal wie klein, Teil einer größeren Bewegung bleibt. für uns alle miteinander weiter.
Ich: Hast du einen Satz, den du jüngeren Trans-Siblings mitgeben würdest?
R.: Lasst euch nie in einem Gefängnis einsperren, das aussieht wie euer eigener Körper. Freiheit gibt es nicht ohne Mühe. Und wenn es sich schlimm anfühlt, vertraut darauf: es zieht vorbei. Schau mich an.
Ich: Danke, R.
Evie Reckendrees