Du willst einfach du selbst sein? Hier erfährst du, was du wissen musst.
Du bist trans*
Das heißt: Dein Geschlecht passt nicht zu dem, was bei deiner Geburt in die Papiere geschrieben wurde.
Vielleicht steht dort „weiblich“, aber du fühlst dich als Junge.
Oder es steht „männlich“, aber du fühlst dich als Mädchen.
Oder du fühlst dich ganz anders; weder nur als Mann noch nur als Frau.
Das ist okay. Du bist okay. Dein Körper gehört dir.
Deine Identität ist echt; auch wenn deine Dokumente etwas anderes sagen.
Deine Situation in Deutschland
Wenn du keinen deutschen Pass, keine Aufenthaltserlaubnis oder keine anerkannte Flucht hast, hast du nicht denselben Zugang zu allen Rechten und Leistungen.
Aber: Du bist trotzdem ein Mensch mit Rechten; auch ohne Aufenthaltstitel.
Hier steht, was realistisch ist:
Du hast Grundrechte; auch ohne Papiere
Auch ohne Aufenthaltstitel gilt:
- Du hast das Recht auf Würde und Respekt.
- Niemand darf dich wegen deiner GeschlechtsidentitätDie geschlechtliche Identität beschreibt das Geschlecht, zu dem eine Person tiefe Zugehörigkeit empfindet. Dieses kann von dem bei/nach der Geburt eingetragenen Geschlecht abweichen oder auch mit ihm übereinstimmen. beleidigen, bedrohen oder angreifen.
- Wenn du Gewalt oder Diskriminierung erlebst (in der Unterkunft, auf der Straße oder beim Amt), kannst du dich an die Polizei, Beratungsstellen oder Antidiskriminierungsstellen wenden.
- Du darfst immer nach einer Übersetzer*in fragen, wenn du Deutsch nicht verstehst.
Die wichtigsten Gesetze, die dich schützen:
- Grundgesetz (Artikel 1: Würde des Menschen, Artikel 3: Gleichbehandlung)
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Diese Gesetze gelten in Deutschland für alle; auch für Menschen ohne deutschen Pass.
Du darfst deinen Namen und dein Pronomen selbst wählen
Du brauchst dafür keine Erlaubnis.
Du kannst Freund*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und Unterstützer*innen sagen, wie du genannt werden willst.
Die meisten queeren Organisationen, Schulen und Beratungsstellen respektieren deinen Namen und dein Pronomen; auch wenn es (noch) nicht in deinen Dokumenten steht.
Aber wichtig:
Ämter (z. B. Ausländerbehörde, BAMF, Polizei) müssen deinen offiziellen Namen aus dem Pass benutzen.
Du kannst sie aber bitten, deinen gewünschten Namen zusätzlich in deinen Akten zu vermerken („gewählter Name: ___“).
Medizinische und psychologische Unterstützung
Wenn du keine Krankenversicherung oder keinen legalen Status hast, kannst du trotzdem medizinische Hilfe bekommen.
Es gibt folgende Möglichkeiten:
- Medibüros / MediNetz: Freiwillige Netzwerke, die Ärzt*innen vermitteln, die kostenlos oder sehr günstig behandeln; auch ohne Versicherung.
- Psychosoziale Zentren für Geflüchtete und Überlebende von Folter: Sie bieten psychologische Betreuung, oft mit Übersetzung.
- Queere Beratungsstellen: Viele arbeiten mit trans„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren.*-freundlichen Ärzt*innen zusammen.
- Krankenhäuser: Müssen dich im Notfall behandeln; auch ohne Papiere.
Wenn du Hormone brauchst oder medizinische TransitionNach einem inneren Coming-out beginnen viele trans* Personen einen Prozess der Transition. Dabei nähern sie sich durch die Wahl eines neuen Vornamens oder einer neuen Anrede (soziale Transition), durch die amtliche Änderung des Vornamens und Geschlechtseintrags (rechtliche Transition) oder durch Hormontherapie und Operationen (medizinische Transition) dem Leben in einer neuen geschlechtlichen Rolle an. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob und in welcher Reihenfolge diese Schritte unternommen werden. planst:
- Sprich mit einer queeren Beratungsstelle. Sie kann dir helfen, Ärzt*innen zu finden, die dich respektvoll behandeln, auch ohne Versicherung.
- Es gibt Spendenfonds oder Ratenzahlungen für Menschen ohne Versicherung.
Geschlechtseintrag und Namensänderung
Mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) kannst du in Deutschland deinen Namen und Geschlechtseintrag ändern.
Aber: Das geht nur, wenn du rechtmäßig in Deutschland gemeldet bist (z. B. mit Aufenthaltserlaubnis oder Duldung).
Wenn du keinen Aufenthaltstitel hast:
- Du kannst den Eintrag noch nicht offiziell ändern.
- Du kannst aber schon jetzt sozial und öffentlich mit deinem richtigen Namen leben.
- Sobald du anerkannt bist, kannst du die Änderung nachholen.
Wenn du Rassismus oder Gewalt erlebst
Viele trans*„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung erleben mehrfache Diskriminierung; wegen Hautfarbe, Sprache oder Herkunft.
Das ist Realität. Aber es ist nicht deine Schuld.
Wenn du Rassismus, Gewalt oder Transfeindlichkeit erlebst:
- Du kannst dich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.
- Du kannst um sichere Unterbringung bitten, wenn du in einer Unterkunft bedroht wirst. Queere Organisationen unterstützen dich dabei.
Asyl und Schutz als trans* Person
Wenn du in deinem Herkunftsland wegen deiner GeschlechtsidentitätDie geschlechtliche Identität beschreibt das Geschlecht, zu dem eine Person tiefe Zugehörigkeit empfindet. Dieses kann von dem bei/nach der Geburt eingetragenen Geschlecht abweichen oder auch mit ihm übereinstimmen. bedroht, verfolgt oder bestraft wirst, kannst du in Deutschland Asyl beantragen.
Das ist dein Recht nach der Genfer Flüchtlingskonvention.
Wichtig:
- Erzähl in deinem Asylverfahren deine Geschichte so ehrlich wie möglich.
- Erkläre, warum du als trans*„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Mensch in deinem Land nicht sicher leben kannst.
- Bitte das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) um eine Person, die sich mit trans*„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Themen auskennt.
- Du kannst auch eine Vertrauensperson oder Unterstützer*in zur Anhörung mitnehmen.
- Wenn dein erster Asylantrag abgelehnt wurde, kannst du einen Folgeantrag stellen, wenn deine trans*„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Identität damals noch nicht bekannt war.
Wenn du keine Papiere hast, such dir Hilfe bei:
- Flüchtlingsrechtsanwält*innen
- Queeren Beratungsstellen
- Refugee Law Clinics (an vielen Universitäten)
Du bist nicht allein
Viele trans*„Trans*“ ist ein Überbegrif für alle Menschen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem Geschlecht identifzieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Dazu gehören z.B. Personen, die sich als transgender, transgeschlechtlich, transsexuell oder transident verorten. Auch viele nicht-binäre Personen können sich mit dem Begriff „trans*“ identifzieren. Menschen in Deutschland leben ohne Anerkennung, ohne Papiere, ohne Versicherung und trotzdem kämpfen sie jeden Tag dafür, sie selbst zu sein.
Du bist nicht unsichtbar. Du bist stark.
Du hast das Recht, sicher zu leben; mit Würde und Respekt.
Wir glauben dir. Wir sehen dich. Wir stehen an deiner Seite.
Wichtige Kontakte
- Medibüro / MediNetz für ärztliche Hilfe ohne Versicherung
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes für Schutz bei Diskriminierung
- Psychosoziale Zentren (PSZ) für Psychologische Hilfe und Traumatherapie
- Queere Organisationen für Psychosoziale Beratung
- Polizei unter 110 bei Gewalt
Lilith Raza